Islam Wörterbuch 

Al-afu: "die Verzeihung" bzw. "die Entschuldigung" bzw. "der Überschuss vom Vermögen".

Al-qadaa: Beschreibt Allahs anfangloses, allumfassendes Vorauswissen über die definitiv in der Realität eintreffende Zukunft aller Geschöpfe. Der Begriff Al-qadaa hängt mit dem Attribut des Allwissens von Allahu Teala zusammen.

Al-qadar: Ist die Verwirklichung von Al-qadaa durch Allahs Allmacht entsprechend Seinem Willen. Der Begriff Al-qadar hängt mit dem Attribut der Allmacht und des Willens von Allahu Teala zusammen.

Ansar: Ansar ("Helfer") werden die Bewohner von Medina genannt, seitdem sie den Propheten (s) und die verfolgten Muslime (Muhadschir) aus Mekka großherzig bei sich aufgenommen haben.

Aya: Linguistisch: das Wunder, die Gruppe, das klare Zeichen, das Merkmal, die Lehre/Lektion/ (ermahnendes Beispiel). Alle diese Bedeutungen kommen im Quran vor. Islamologisch: "Ein Teil einer Sura mit festgelegtem Beginn und festgelegtem Ende, der eines oder mehrere Wörter beinhaltet."

Ayat: Ist der Plural von Aya.

Din: Linguistisch: "Vergelten (Belohnung/Bestrafung), Belohnung, Abrechnung, Gehorsam, Gewohnheit/Tradition, Islam, Religion, die Art Allah Teala zu dienen, das dienen und anbeten Allahs, Gerichtsbarkeit, Gesetz, Zustand, Situation, Herrschaft, Macht, Erniedrigung, Bezwingen" Islamologisch: "Von Allahu Teala vorgegebenen Normen/Richtlinien, die den Orientierungs- und Handlungsrahmen für ein gottgefälliges Leben vorgeben, innerhalb dessen die Muslime frei entscheiden und agieren." bzw. "die von Allahu Teala vorgeschriebene Lebensweise mit dem Ziel, den Charakter der gottergebenen Menschen zu schulen und zu vervollkommen und die gottergebenen Menschen anzuleiten, nicht ausschließlich aus ihrer menschlichen Perspektive heraus zu entscheiden bzw. zu agieren, d.h. nicht mittels ihres eingeschränkten Horizonts und ihrer begrenzten Erkenntnisfähigkeit fehlerhafte Entscheidungen zu treffen und fehlerhafte Handlungen zu begehen."

Dschahiliya-Zeit: Ist die Zeit der Araber vor dem Islam, die durch Unwissenheit geprägt war.

Dschahannam: Das Höllenfeuer, ein Name der Hölle im Jenseits.

Dschanna: (Plural Dschannat): Der schöne Garten, der Garten im Jenseits.

Dschihad: Linguistisch: "Größtmögliche Anstrengung." Islamologisch: Bezeichnet die Anstrengung des Menschen gemäß seinen Möglichkeiten auf dem Wege Allahs mit allen Halal-Mitteln. Dschihad ist auch Bezeichnung für den Kampf fi-sabilillah wird Dschihad im Fiqh verwendet.

Dschinn: Aus Feuer erschaffene Geschöpfe, welche mit den menschlichen Sinnen normalerweise nicht wahrnehmbar sind. Dschinn verfügen wie Menschen, über Urteilsfähigkeit und Entscheidungsfreiheit.

Dschizya: Eine symbolische Verteidigungs-Ersatzabgabe im islamischen Staat für wehrfähige Nicht-Muslime, da sie nicht zur Verteidigung des Staates verpflichtet sind. Kinder, alte Männer und Frauen, Geistliche, Kranke und alle nicht Wehrfähigen sind von der Dschizya befreit.

Fisq: Linguistisch: "Das Abweichen von einer Sache." Islamologisch: Das Abweichen von Allahs Geboten und ihre Übertretung. Fisq wird in drei Kategorien eingestuft:

- Übertretung von Allahs Geboten mit gleichzeitigem Erkennen dieser Verfehlung,

- Übertretung als Routinehandlung oder

- Übertretung, weil man das Gebot an sich negiert.

Die dritte Kategorie kommt dem Kufr gleich. Bei einem Verstoß gegen Arkanul-Iman führt Fisq zum Kufr. In den meisten Fällen wird Fisq als Bezeichnung für schwer verfehlende Muslime benutzt.

Fitna: Fitna bedeutet Prüfung, Versuchung, das gewaltsame Abbringen vom Din sowie der Schirk.

Fitra: Die natürliche Veranlagung des Menschen. Sie ist an Allahu Teala ausgerichtet.

Hanif: Der Wahrheit zugeneigt und verbunden sein.

Hidschra: Linguistisch: Von einem Ort zum anderen Ort umziehen bzw. auswandern. Islamologisch: Das Umziehen bzw. die Auswanderung als Schutzmaßnahme für den eigenen Din, wenn man unter Verfolgung leidet. Der Gesandte (s) und seine Gefährten haben ihre Heimatstadt Makka verlassen und sind nach Madina ausgewandert, weil sie in Makka 13 Jahre lang schweren Verfolgungen ausgesetzt waren.

Hur-in: Wesen mit großen Augen, deren Iris rabenschwarz und bei denen das Weiße der Augen leuchtend/strahlend weiß ist.

Ihsan: Linguistisch: Ihsan leitet sich von hasan (schön, fein) ab. Islamologisch: hat Ihsan drei Bedeutungen:

a) Ihsan in Bezug auf Allahu Teala: Das Dienen an Allah so, als ob man Ihn sehen würde, denn auch wenn wir Ihn nicht sehen, so sieht Er uns doch.

b) Ihsan in Bezug auf Menschen: Der gütige und schöne Umgang mit den Eltern und den anderen Menschen.

c) Ihsan in Bezug auf Handlungen: Das Vollziehen einer Handlung auf die beste und schönste Art und Weise. Muhsin sind Menschen, die gemäß von Ihsan handeln.

Iman: Linguistisch: die Zustimmung, die Bestätigung, die Anerkennung, etwas als wahr und gewiss annehmen, das Vertrauen. Islamologisch: Iman ist die apodiktische Verinnerlichung der gesamten Inhalte dessen, was der Gesandte Allahs (s) als abschließende Offenbarung definitiv für alle Muslime verkündete und was per definitionem notwendiger Bestandteil des islamischen Din ist, wie z.B. der Iman an Allah, an Seine Gesandten, an Seine Engel, an Seine geoffenbarten Schriften, an Al-Qadar, an den Jüngsten Tag (dies sind die Arkanul-Iman), an die Pflicht des rituellen Gebets, des Fastens im Ramadan, der Hadsch und der Zakat, etc. (Arkanul-Islam). Nach Meinung der Mehrheit der Islamologen umfasst der Iman an sich drei Pflichtteile (Arkan):

1. Das rein äußerliche Bekunden der Zugehörigkeit zum Islam durch bewusstes Aussprechen des Islam-Bekenntnisses – der Schahada.

2. Die echte innere Überzeugung des zunächst nur verbal abgelegten Islam-Bekenntnisses als Folge des Prozesses der Erkenntnis und Kenntnis mit dem Herzen.

3. Die Reflektion des äußerlichen Bekundens und der inneren Überzeugung durch entsprechendes Handeln (z.B. Praktizieren der gottesdienstlichen Handlungen, Beachten der Gebote, der Taqwa-Werte usw.).

Iman kann und darf nicht als "Glaube" übersetzt werden, weil der Begriff "Glaube" sowohl in seiner sprachlichen als auch in seiner christlich-theologischen Bedeutung mit der Definition von Iman keinerlei Gemeinsamkeiten hat und zudem mit den Inhalten von Iman nicht vereinbar ist. Iman muss auf Beweisführung, Logik und bewusste Verinnerlichung aufgebaut werden, damit er seiner islamologischen Definition genügen kann. In den klassischen deutschen Standardlexika wird "Glaube" definiert als: "innere Sicherheit, die keines Beweises bedarf", "primär (gefühlsmäßiges) Vertrauen, feste Zuversicht", "ohne Überprüfung, meist gefühlsmäßig ohne Beweis für wahr gehaltene Vermutung", "Gefühl, unbeweisbare Herzensüberzeugung", "im Gegensatz zum Wissen ein Fürwahrhalten ohne die unmittelbare Möglichkeit einer (wissentschaftlichen) Beweisführung oder einer Überprüfung", "(in der Philosophie) im Gegensatz zu Wissen ein Fürwahrhalten ohne methodische Begründungen", "(in der Tradition des christlichen Denkens) Unterscheidung zwischen Glauben und Wissen im Sinne eines kontränen Gegensatzes". Für Platon ist der Glaube wie das Meinen die unphilosophische Vorstufe des philosophischen oder wissenschaftlich begründeten Wissens. Dieser Gedanke einer Stufenfolge von Gewissheiten weicht in der Tradition des christlichen Denkens einer scharfen Trennung von Wissen und Glauben. Nach Kant ist der Glaube ein subjektiv zureichendes aber objektiv unzureichendes Fürwahrhalten: "Ich musste also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen". Aus diesen Definitionen ergibt sich, dass man den arabischen Begriff "Iman" auch nicht annähernd mit dem deutschen Wort "Glaube" wiedergeben kann.

Kafir: Der Kufr-Betreibende (Singular) bzw. die Kufr-Betreibenden (Plural).

Kafira: Die Kufr-Betreibende (Singular).

Kufr: Linguistisch: Das komplette Zudecken und Verhüllen, das Bedecken, das Verschleiern und das Verbergen, die Verleugnung und die Undankbarkeit gegenüber den Gaben und Wohltaten Allahs, die Lossagung und die Aberkennung. Islamologisch: Kufr steht für jeden Verstoß gegen die Prinzipien von Tauhid, für jede Religion/Weltanschauung, die man nicht unter der Definition "Islam" einordnen kann, für das komplett bzw. partiell bewusste Leugnen bzw. Negieren eines Iman-Inhaltes und/oder eines eindeutigen Gebotes des islamischen Din und für jede Art von Polytheismus bzw. polytheistischen Vorstellungen, wie z.B. Inkarnation, Anthropomorphismus, Dualität, Trinität, Pluralität, Teilbarkeit. Kufr ist somit ein Sammelbegriff für jede nicht islam-konforme Lebensweise. Kafir bezogen auf das Diesseits ist ein Sammelbegriff für Personen, die nach unserem menschlich eingeschränkten Wissen nicht in die Kategorie Muslim gemäß der islamischen Definition einzuordnen bzw. nicht als Muslime erkennbar sind. Kafir bezogen auf das Jenseits ist ein Sammelbegriff für Menschen und Dschinn, die nach Allahs Allwissen definitiv als Nicht-Muslime gelten. Nur die Atheisten, die Polytheisten und die Munafiq unter diesen Kafir sind die ewigen Weggenossen von Dschahannam.

Muhadschir: Muhadschir ("Auswanderer") werden die mekkanischen Muslime genannt, die aufgrund der Verfolgung in ihrer Heimatstadt Mekka zur Auswanderung gezwungen waren.

Muhsin: Menschen, die gemäß von Ihsan handeln.

Mumin: Der Iman-Verinnerlichende.

Munafiq: Munafiq sind Menschen. die Nifaq praktizieren. Plural: Munafiq (nach Zaidan)

Muschrik: Derjenige, der Schirk begeht. Weiblich: Muschrika; Plural: Muschrik (nach Zaidan).

Muttaqi: Der Muttaqi ist ein Muslim, der Taqwa gemäß handelt, die Taqwa-Werte verinnerlicht und diese durch seine Taten reflektiert. Plural: Muttaqi (nach Zaidan).

Nifaq: Nifaq bezeichnet den Zustand der Täuschung, indem man etwas verbal bekundet, was man nicht verinnerlicht. Nifaq im Sinne von "rein formales, d.h. nur verbales äußerliches Bekenntnis zum Islam ohne echte innere Überzeugung" ist eine schwere Verfehlung, die sogar schwerwiegender ist als offenkundiger Kufr und gilt als die verabscheuenswürdigste Art des Kufr.

Qiyam: Das Sich-Aufrechthalten beim rituellen Gebet bzw. das Stehen im rituellen Gebet.

Rak'a: Ein Gebetsabschnitt im rituellen Gebet.

Rizq: Sämtliche materiellen und immateriellen Gaben Allahs, die Er einem Geschöpf gewährt. Rein linguistisch: a) Bezeichnung für das, was nützlich ist. Dies schließt alles Materielle und Immaterielle ein. b) Gabe, Geschenk. c) Regen. d) Anteil. e) Viehbestand.

Ruku: Die Verbeugung im rituellen Gebet.

Sadaqa: Die freiwillige Spende, Plural: Sadaqat.

Schahid: Schahid ist entweder der wahrhaftige Bezeugende oder der Gefallene im Kampf für Allahu Teala.

Scharia: Linguistisch: "Den Weg zur Quelle oder zur Tränke. Islamologisch: "Die Gesamheit der Gebote im Islam".

Schirk: Linguistisch: Das Kontingent, die Partnerschaft, die Beteiligung, den Anteil, die Gleichstellung. Islamologisch: Jede gottesdienstliche Handlung, bei deren Verrichtung nicht die ausschließliche Absicht zugrunde liegt, einzig und allein Allahu Teala zu dienen, wird als Schirk gewertet. Unter Schirk versteht man Polytheismus im eigentlichen, wörtlichen und im übertragenen, metaphorischen Sinne. Schirk beinhaltet somit auch das eigenmächtige Erlassen von Richtlinien und Regelungen den Din betreffend, u. a. auch die Durchführung gottesdienstlicher Handlungen auf andere Art und Weise, als von Allahu Teala im Quran und in der Sunna vorgeschrieben.

Sudschud: Linguistisch: "Sich vor etwas ergeben und beugen". Islamologisch: "Die Niederwerfung im rituellen Gebet, wobei die Stirn, beide Innenseiten der Hände, die Knie und die Fußzehen den Boden berühren."

Sura: Linguistisch: das hohe Haus, die hohe Stellung, die Einzäunende/Umfassende, die Vollständige/Vollkommene. Islamologisch: "Ein Abschnitt des Qur'an mit festgelegtem Beginn und Ende, der aus mindestens drei Ayat besteht." bzw. "ein Abschnitt des Qur'an, dessen Namen über den Gesandten Muhammad (s) überliefert wurde."

Taqwa: Linguistisch: "Das, wodurch sich der Mensch vor etwas (für ihn selbst) Unerwünschtem schützt" Islamologisch: "Das Vermeiden von allen Verfehlungen, die sowohl im Diesseits als auch im Jenseits unerwünschte Folgen nach sich ziehen. Diese Verhaltensweise formt dann eine Art Frömmigkeit, die Allahu Teala gegenüber von Ehrfurcht und ständigem Bemühen nach gottgefällig guten Handlungen ausgeprägt ist."

Tauba: Die rituelle Reue.

Tawakkul: Das grenzenlose Vertrauen in Allah und das Sich-Verlassen auf Ihn mit gleichzeitiger Berücksichtigung und Akzeptanz der von Ihm geschaffenen Kausalitäten.

Umam: Plural von Umma.

Umma: "Homogene Gemeinschaft/Wir-Gruppe, Din, Lebensweise, eine bestimmte Zeit."

Wahy: Linguistisch: Bezeichnet "das schnelle Zeichen/Signal, die schnelle nur vom Betroffenen bemerkte Deutung" sowie "die schnelle Weitergabe von Wissen an ein bestimmtes Wesen auf eine für alle anderen Wesen unbemerkbare, unsichtbare Art und Weise." Wahy beinhaltet Eingebung als Veranlagung, Inspiration, Einflüsterung. Islamologisch: Wahy wird definiert als "Allahs Mitteilung hinsichtlich Seiner Rechtleitung an den von Ihm Auserwählten von Seinen Dienern auf eine schnelle, für andere unbemerkbare Art und Weise." bzw. "Wissen, das man bei sich findet, begleitet mit der Gewissheit, dass es von Allahu Teala stammt, mit oder ohne Mittel."

Wali: Linguistisch: "Die direkte Aufeinanderfolge, das Gegenteil von Feind, derjenige, der einer Gruppe (im Frieden und Krieg) in ihrer Angelegenheit folgt, der Unterstützer mit innerer Zugeneigtheit". Islamologisch: "Eine Person/Umma als Wali zu nehmen" heißt dieser Person/Umma die größtmögliche Priorität vor allen anderen Personen/Umam einräumen. Für Muslime besteht die Verpflichtung nur Muslime als Wali zu nehmen. Dies beinhaltet die Verpflichtung die eigene Umma überall und möglichst unter allen Umständen aufzubauen, zu pflegen, zu unterstützen und zu bewahren und mit der eigenen islamischen Umma die engste, innigste und intensivste Beziehung, sowohl im rationalen als auch im emotinalen Bereich, zu pflegen und zu bewahren. Nicht-Muslime als Wali zu nehmen, bedeutet folglich die offene und/oder subtile Bevorzugung anderer Gemeinschaften, Wir-Gruppen und/oder Individuen vor der Gemeinschaft der Muslime. Dies wird praktisch als Abwendung vom Islam verstanden.

Wakil: Wakil leitet sich von wakala (bevollmächtigen) ab. In Bezug auf Allahu Teala bedeutet Al-wakil "Der Interessenvertreter Seiner Geschöpfe".

Wudu: Die verpflichtende rituelle Waschung vor dem Gebet.

Zakat: Die rituelle Pflicht-Sozialabgabe im Islam.

Zuhd: Die Unverbundenheit mit den Dingen dieser Welt.


 

 




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